Wissenswert und Spannend:

Unsere Dorfgeschichte

Eine kurze Chronologie

Vor ungefähr 12.ooo Jahren dürften sich erste jungsteinzeitliche Siedler im Oberen Feistritztal niedergelassen haben. Weitere Einwanderungen folgten um das Jahr 200 v. Chr. durch keltische Siedler; nach der Einverleibung unserer Region in das römische Reich um 50 n. Chr. kamen auch römische Siedler zu uns. Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches um 400 n. Chr. und im Zuge der Völkerwanderung kam es zu einer größeren Abwanderungsbewegung aus unserem Gebiet - diese wurde durch die Ankunft von slawischen Siedlern (um 600 n. Chr.) gestoppt. Diese gaben vielen Bergen und Flüssen ihren Namen wie z.B. dem Zetz (Holzschlag) oder der Feistritz (Gebirgsbach). Ab dem 9. Jahrhundert wurde unser Gebiet durch das Zurückdrängen awarischer und slawischer Völker durch Ludwig den Deutschen (Ostfränkischer König) bajuwarisch besiedelt und durch die Erzbischöfe von Salzburg aus christianisiert. Zu einer großflächigen deutschen Besiedelung samt Rodung kam es jedoch erst, nachdem Kaiser Otto der Große im 10. Jahrhundert die immer wieder in die Oststeiermark einfallenden Ungarn am Lechfeld (bei Augsburg) besiegte und hinter die Lafnitz zurückdrängte.

Zu den ersten Grundherren auf Miesenbacher Boden zählen die Stubenberger. Der Name Miesenbach taucht erstmals im Jahre 1240 in einer „Streit- bzw. Schlichtungsurkunde“ bezüglich Zehentrechte zwischen den Stubenbergern und dem Bischof von Seckau auf. In späterer Folge kam es immer wieder zu einem Wechsel der Grundherren. Als einer der ersten genannten Höfe in Miesenbach taucht in der Montforter Urbar von 1410 der „Hof des Wigand“ (später „Weiglhof“) auf, dessen vermutete Aufgabe es war, die Straße vom Pöllauer Kessel in das obere Feistritztal zu sichern und der sich im Gemeindewappen wiederfindet (siehe unten "Unser Wappen")

Als größter Grundherr auf Miesenbacher und Strallegger Boden kommt ab dem 16. Jahrhundert dem damals neugegründeten Chorherrenstift Pöllau ein besonderer Stellenwert zu. Es baute nicht nur die beiden Pfarren aus, sondern teilte verwaltungstechnisch ihren Strallegger und Miesenbacher Besitz in Viertel ein (Viertelämter), denen Viertelmänner vorstanden. Auf Miesenbacher Boden war dies das Weiglhofer Amt, welches vom Bauern am Weiglhof und deren Nachfahren verwaltet wurde.

Nach dem Revolutionsjahr 1848, in dem gegen die bestehende Ordnung aus Adel und Klerus als Feudal- und Grundherren protestiert und gekämpft wurde, kam es zur „Bauernbefreiung“. Die Grundherren mussten Land- und Verwaltungsrechte zugunsten der einheimischen Bevölkerung, meist Bauern, abtreten. Infolge dieser „Befreiung“ kam es zur Bildung neuer verwaltungstechnischer Einheiten – den Gemeinden. So auch in Miesenbach: Aus dem „Weiglhofer Amt“ kam es 1850 zur Bildung der Ortsgemeinde „Weiglhof“, dessen Namen sie bis 1969 führte. Erst seither heißt unsere Gemeinde Miesenbach, damit sind nun Orts-, Pfarr- und Gemeindename ident.

Heute ist Miesenbach ein wunderschön gelegenes Erholungsdorf auf 827 Metern Seehöhe (die höchste Erhebung ist die Wildwiese auf 1.256 Metern) mit ca. 670 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Unser Wappen

Das Gemeindewappen wurde 1977 verliehen: "Im erniedrigt durch eine Wellenlinie von Grün zu Silber geteilten Schild oben ein silberner zweigiebeliger Hof, gedeckt mit einem Walmdach, die Giebel mit je zwei eckigen Fenstern und verbunden mit einem gezinnten Torbogen; unten drei nach rechts gekehrte rote Pflugscharen."

Beim zweigiebeligen "Hof des Wigand" handelt sich vermutlich um den heutigen vlg. Vorderen Weiglhof und die drei Pflugscharen im "Moosbach" weisen auf das Gottesurteil der Pfarrpatronin, der hl. Kaiserin Kunigunde, hin.

Quellen:
Miesenbach in Vergangenheit und Gegenwart (Ortschronik), Ferdinand Hutz, 2003
Miesenbach um Dorflinde – Klima-3D-Ohren, Erhard Mariacher, 2020
Geschichte von St. Kathrein a. Off. und seine Bewohner, Robert F. Hausmann, 1995
Stift Pöllau – Das ehemalige Chorherrenstift und seine Bauten, Bernhard Mayrhofer, 2024